Das deutsche Rüstungsunternehmen HENSOLDT erwartet bis Jahresende weitere Aufträge zur Produktion von TRML-4D Luftüberwachungs- und Zielerfassungsradaren mit Auslieferungsziel Ukraine.
Das gab der Sensorspezialist heute im Rahmen seiner Capital Markets Day 2025-Präsentation bekannt. Die zuvor erzielten Aufträge bringen HENSOLDT eigenen Angaben zufolge bereits einen Umsatz von etwa 500 Millionen Euro ein.
Die nun zusätzlich erwarteten Aufträge dürften da je nach Umfang noch einmal einen weiteren zwei- bis dreistelligen Millionenbetrag draufschlagen. Weitere Details wie die Nennung der Auftragsmenge oder eines Auftraggebers wurden während der Präsentation nicht öffentlich gemacht.
Auf Nachfrage bestätigte ein Unternehmenssprecher mir gegenüber nochmals, dass die Schließung weiterer Aufträge in diesem Quartal erwartet wird und gab zusätzlich an, dass die Lieferungen später – also höchstwahrscheinlich im oder ab kommenden Jahr – durchgeführt werden.
Ebenfalls ist auch noch unklar, ob es sich dabei um Lieferungen von Stand-alone-Lösungen handelt, oder die Lieferungen im Rahmen von weiteren Aufträgen von Diehl Defence erwartet werden.

Das Unternehmen mit Sitz in Überlingen ist Hersteller des in der Ukraine hochgeschätzten IRIS-T SLM-Luftverteidigungssystems, welches standardmäßig mit dem TRML-4D als Radarlösung ausgeliefert wird.
So produziert HENSOLDT, finanziert durch die Bundesregierung, 18 dieser Radareinheiten im Rahmen der IRIS-T SLM-Lieferungen, von denen zum aktuellen Zeitpunkt acht Stück an die Ukraine ausgeliefert wurden. Hinzu kommen 16 bereits seit Längerem ausgelieferte Radargeräte, welche in der Ukraine als eigenständige Lösungen eingesetzt werden.
Außerdem sind weitere TRML-4D-Radare vorgesehen, deren zukünftige Lieferung an die Ukraine Ende Juli 2025 angekündigt wurde. Der genaue Umfang der Lieferungen und der Auftraggeber sind allerdings noch unbekannt.
Auch wenn als Resultat der geänderten Kommunikationsstrategie der Bundesregierung immer weniger Details von HENSOLDT bekannt gegeben werden, ist und bleibt die Ukraine in Zukunft weiterhin einer der wichtigsten Absatzmärkte für TRML-4D-Radare und die Ankündigung, noch in diesem Quartal weitere Verträge abschließen zu wollen, zeigt nur, dass man seine Anteile sogar weiter ausbaut.
Aber auch für die Ukraine ist das eine Win-Win-Situation. Bei dem TRML-4D handelt es sich um ein hochmodernes Luftüberwachungs- und Zielerfassungsradar, welches in der Lage ist, etwa 1.500 Ziele in einem Radius von bis zu 250 Kilometern zu erkennen und zu verfolgen.

Erst kürzlich teilte der Sensorspezialist mit, dass die Ukraine in der Zukunft Radare erhalten wird, welche nicht nur die üblichen Ziele wie Drohnen, Marschflugkörper, Flugzeuge, Hubschrauber und Ähnliches identifizieren und verfolgen, sondern auch feindliche Artillerie- und Mörserstellungen aufklären können.
Innerhalb der ukrainischen Luftstreitkräfte gehört das TRML-4D daher zweifelsfrei zu den modernsten und leistungsstärksten Luftüberwachungsradaren überhaupt und angesichts der Anzahl der derzeit im Einsatz befindlichen Radare spielt es sicherlich eine wichtige Rolle bei der Identifizierung und Verfolgung russischer Luftziele in der gesamten Ukraine, Tag und Nacht.
Man kann also nur hoffen, dass die erwarteten Verträge schnellstmöglich unter Dach und Fach gebracht werden, damit die Lieferungen nicht nur so früh wie möglich beginnen, sondern auch abgeschlossen werden können.
In Anbetracht der jüngsten massiven Angriffe Russlands, welche in großen Teilen gezielt gegen die ukrainische Energieinfrastruktur gerichtet waren, zählt im wahrsten Sinne des Wortes jeder einzelne Tag.
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