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Deutschland finanziert 240 Millionen Euro teuren Satelliten-Deal für die Ukraine

Nach anfänglichen Spekulationen wurde nun bestätigt, dass die Bundesregierung den im Juli 2025 öffentlich angekündigten Auftrag über Satellitenbilder im Wert von 240 Millionen Euro nicht für eigene Zwecke finanziert, sondern ausschließlich für die Ukraine.

Chuhuiv Airbase in Kharkiv 2022
Der Luftwaffenstützpunkt Tschuhujiw in Charkiw, 2022Bild: Planet Labs PBC
Von GAU
Veröffentlicht: 9. Juni 2026
4 Minuten Lesezeit
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Satelliten spielen nicht nur bei der Kommunikation, sondern auch bei der Aufklärung und Informationsgewinnung für das Militär eine zentrale Rolle.

Satellitenbilder helfen etwa bei der Verfolgung von Truppenbewegungen, bei der Bewertung von Schäden nach Angriffen, beispielsweise auf feindliche Flugplätze und andere Hochwertziele, aber auch bei der Vorbereitung solcher Angriffe.

Daher ist es nur selbstverständlich, dass auch die Ukraine für diese Zwecke nicht nur Bilder und Einschätzungen von Partnerländern direkt bereitgestellt bekommt, sondern auch selbst auf ein breites Netz an Satelliten zugreift.

Bereitgestellt wird dieses Netz von kommerziellen Betreibern wie ICEYE und Maxar, aber auch von Planet Labs, während die Finanzierung oftmals über andere Länder im Rahmen ihrer Ukraine-Unterstützung läuft.

Genauso ist es auch in diesem Fall bei Planet Labs. Bereits Anfang Juli 2025 gab das Unternehmen bekannt, dass es über seinen deutschen Ableger einen Auftrag im Wert von 240 Millionen Euro von der Bundesregierung erhalten habe.

Über einen Zeitraum von mehreren Jahren solle man »zur Förderung des Friedens und der Sicherheit in Europa« über die eigenen Pelican-Satelliten dedizierte Kapazitäten und direkte Downlink-Dienste für »bestimmte Regionen in Europa« genauso wie andere Dienste bereitstellen.

Luftwaffenstützpunkt in Cherson in 2022
Aufnahme des angegriffenen Luftwaffenstützpunkts in Cherson, aufgenommen am 15. März 2022 | Bild: Planet Labs PBC

Die Ukraine wurde dabei zwar nicht namentlich genannt, allerdings war dies auch nicht verwunderlich, da die Bundesregierung nur kurze Zeit zuvor eine 180-Grad-Wende bei der Kommunikation über die militärische Unterstützung der Ukraine durchgeführt hatte und viele Unternehmen mit staatlichen Aufträgen von jetzt auf gleich entweder keine Pressemitteilungen mehr zur Ukraine veröffentlichten, oder den Endnutzer nicht mehr deklarierten.

Gleichwohl spekulierten viele Beobachter, so auch GAU, dass die Wortwahl der Pressemitteilung klar auf die Ukraine als Endnutzer hindeutete. Doch eindeutig bewiesen war dies bis vor Kurzem nicht.

Ein auf Mitte Februar 2026 datiertes parlamentarisches Dokument, welches GAU heute bei Recherchen entdeckte und durchsah, belegt zweifelsfrei, dass nicht die Bundesregierung, sondern die Ukraine den Vertrag mit Planet Labs gezeichnet hat und die Bundesregierung lediglich als Finanzier fungiert.

Dies geht aus einer schriftlichen Antwort von Dr. Nils Schmid, parlamentarischer Staatssekretär des deutschen Verteidigungsministeriums, auf eine Anfrage des Abgeordneten Leon Eckert (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) hervor.

Planet Labs erhält Finanzierung von der Bundesregierung
Die Anfrage des Abgeordneten und die Antwort des Staatssekretärs zum 240-Millionen-Euro-Auftrag

So soll die Ukraine klaren Bedarf für diese Leistungen angezeigt haben, woraufhin die Bundesregierung die Finanzierungszusage im Rahmen ihrer Ukraine-Hilfe tätigte.

Planet Labs ist damit bereits die zweite Firma, welche im Auftrag bzw. durch Finanzierung der Bundesregierung Satellitenbilder an die Ukraine liefert. Bereits unter der Scholz-Regierung wurden Rheinmetall und ICEYE im Oktober 2024 beauftragt, hochauflösende SAR-Satellitenbilder an die ukrainischen Streitkräfte zu liefern.

Wie eingangs erwähnt, dienen diese Bilder der ukrainischen Armee nicht nur dazu, nahezu in Echtzeit auf russische Angriffe zu reagieren oder sich auf diese einzustellen, sondern auch dazu, eigene Angriffe auf russische Hochwertziele zu planen.


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TAGGED:DeutschlandPlanet LabsSatellitenbilderUkraine

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