Nachdem Deutschland und Norwegen im Februar das Hansa-Abkommen zur Verteidigungskooperation unterschrieben hatten, gaben die Rheinmetall AG und Space Norway AS bekannt, dass die beiden Unternehmen bei der Entwicklung von Lösungen zur Erstellung von Lagebildern im maritimen Bereich zusammenarbeiten werden.
Hierzu haben die beiden Unternehmen eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Bereich der Satellitentechnik für Verteidigungsanwendungen unterzeichnet. Rheinmetall hebt hierbei insbesondere die Schwerpunkte Satellitenkommunikation und Sensoren sowie die Integration in bestehende militärische Systeme hervor.
Rheinmetall und das finnische Satellitenunternehmen ICEYE arbeiten bereits seit 2025 im Rahmen der Rheinmetall ICEYE Space Solutions GmbH als Joint Venture zusammen.
ICEYE besitzt eine hohe Expertise im Bereich der Radartechnik mit synthetischer Apertur (engl. Synthetic Aperture Radar, kurz SAR). Die in den ICEYE-Satelliten verbauten Radare arbeiten jedoch nur im X-Band, welches hochauflösende Aufnahmen von verhältnismäßig kleinen Flächen ermöglicht.
Space Norway ist wiederum auf die SAR-Technik im C-Band spezialisiert, welche zu einer geringeren Auflösung führt, dafür aber die Aufklärung von größeren Gebieten möglich macht. Diese Fähigkeit ist insbesondere im maritimen Bereich von Interesse, wo neben einzelnen Zielen auch große Teile des Meeres überwacht werden müssen, beispielsweise in der Ostsee.
Rheinmetall erhofft sich durch die Nutzung der beiden Frequenzbänder eine gesteigerte Fähigkeit zur Erstellung von Lagebildern.
Die Zusammenarbeit von Rheinmetall und Space Norway ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Steigerung der strategischen Autonomie Europas im Verteidigungsbereich. So erfolgt die Fertigung von ICEYE-Satelliten auch am Rheinmetall-Standort Neuss, unter anderem für die Bundeswehr, die im Rahmen des mehrjährigen SPOCK-1-Programms Aufklärungsdaten vom Joint Venture erhalten soll.
Auch die Kooperation von Rheinmetall mit Space Norway ist zunächst auf die Bundeswehr als Kunden ausgerichtet, perspektivisch sollen aber auch andere Verbündete von den entwickelten Systemen profitieren.
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