Während im Kontext der deutschen Militärhilfe für die Ukraine insbesondere die umfangreichen Lieferungen von teilweise modernster Luftverteidigung, Artillerie oder gepanzerten Fahrzeugen hervorgehoben werden, gerät die Ausstattung des „einfachen Soldaten“ oftmals gänzlich in Vergessenheit.
Dabei legte bereits die Vorgängerregierung unter Olaf Scholz ab Ende 2023 einen besonderen Fokus zunächst auf die Ausrüstung ukrainischer Spezialkräfte und später mehr und mehr auch regulärer Truppen.
Dabei ging es vor allem um die Lieferung von verschiedensten Schusswaffen wie Maschinengewehren des Typs MG4 und MG5, Sturmgewehren des Typs MK 556 und später auch HK416 und dem Präzisionsgewehr HLR 338.
Etwa 20 000 Schusswaffen finanzierte und lieferte die Bundesregierung sowohl aus Beständen der Bundeswehr als auch über Heckler & Koch und C.G. Haenel als Industriepartner bis April 2025.
In jenem Monat aktualisierte das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung auch letztmals die offizielle Liste der Bundesregierung über die militärische Unterstützung der Ukraine, sodass faire und transparente Berichterstattungen inzwischen nur stark eingeschränkt möglich sind.

Offiziell wurden bis dato bis auf eine mittlere zweistellige Anzahl alle zuvor öffentlich zugesagten Schusswaffen an die Ukraine ausgeliefert. Zwar sagte man im Mai 2025 die generelle Lieferung weiterer Schusswaffen zu, über konkrete Einzelheiten wurde allerdings bis heute nichts offiziell bekannt gegeben.
Recherchen der vergangenen 15 Monate, welche größtenteils aus der Auswertung von Bild- und Videomaterial bestanden, zeigen nun, dass die Bundesregierung im Geheimen weiter eine beachtliche Anzahl an Schusswaffen an die ukrainischen Streitkräfte ausgeliefert haben muss.
Insgesamt dürfte es um mindestens eine niedrige fünfstellige Anzahl von größtenteils Sturmgewehren gehen. Geschätzter Wert: ein geringer zweistelliger Millionenbetrag.
Bei der Bundeswehr gescheitert, in der Ukraine enorm geschätzt – das MK 556
So konnte GAU seit April 2025 alleine beim MK 556 des Herstellers C.G. Haenel elf ukrainische Nutzer ausmachen, welche das Sturmgewehr erst in Dienst stellten oder den Einsatz jenes Sturmgewehres erstmals öffentlich machten, nachdem die Bundesregierung die deutsche Militärhilfe wieder als geheim einstufte.
Dabei wurden jene Sturmgewehre auch nicht innerhalb einer einzigen Teilstreitkraft verteilt, sondern breit gestreut. Dazu zählen unter anderem die 81. Luftlandebrigade (Luftlandetruppen), das 425. Sturmregiment (Landstreitkräfte), das 4. Sturmzentrum (Spezialkräfte) und das belarussische Kastus Kalinoŭski Regiment (Militärnachrichtendienst), welche das MK 556 erstmals im April 2025, Juni 2025, Februar 2026 und Juni 2026 in Dienst stellten oder öffentlich präsentierten.
| Nutzer | Teilstreitkraft | Indienststellung/Öffentlichmachung |
|---|---|---|
| 81. Luftlandebrigade | Luftlandetruppen | April 2025 |
| 33. Mechanisierte Brigade | Landstreitkräfte | Mai 2025 |
| 425. Sturmregiment | Landstreitkräfte | Juni 2025 |
| 33. Sturmregiment | Landstreitkräfte | Juli 2025 |
| 11. Heeresfliegerbrigade | Landstreitkräfte | August 2025 |
| 3. Sturmbrigade | Landstreitkräfte | Oktober 2025 |
| Präsidialbrigade | Landstreitkräfte | November 2025 |
| 148. Artilleriebrigade | Luftlandetruppen | Dezember 2025 |
| 4. Sturmzentrum | Spezialkräfte | Februar 2026 |
| Kastus Kalinoŭski Regiment | Militärnachrichtendienst | Juni 2026 |
| 44. Mechanisierten Brigade | Landstreitkräfte | Juli 2026 |
Hervorzuheben sind hier unter anderem die Lieferungen an das 33. Sturmregiment. Dieses machte den Einsatz des Sturmgewehres von C.G. Haenel erstmals im Juli 2025 öffentlich.
Interessanterweise berichtete das eigene Schützenbataillon erstmals im November 2025, also ganze vier Monate nach der ersten Lieferung an das Regiment, über das MK 556 und erwähnte dabei, dass die Soldaten sich freuen, sich mit dem MK 556 vertraut zu machen. Ein Hinweis darauf, dass mindestens das 33. Sturmregiment innerhalb eines halben Jahres mehrmals beliefert wurde.



Zusätzlich sind die durchgeführten Lieferungen an die 11. Heeresfliegerbrigade äußerst interessant, welche erstmals in einer im August 2025 veröffentlichten WSJ-Recherche zur Nutzung von Schulungsflugzeugen zur Drohnenjagd bekannt wurden.
Im April 2026 und Juli 2026 wurde durch die Brigade weiteres Videomaterial veröffentlicht, das beweist, dass dies auch weiterhin gängige Praxis ist und die ukrainischen Soldaten dabei das MK 556 einsetzen.
In der Recherche des Wall Street Journal wird ein Soldat zitiert, der im Laufe seiner Karriere für die Drohnenjagd mehrere Schusswaffen ausprobiert hat. Laut seiner Aussage bevorzugte er zum damaligen Zeitpunkt das MK 556. Nach fast einem Jahr scheint sich daran offenbar nichts geändert zu haben.
Auch die Lieferungen an die 2. Sturmabteilung vom 4. Sturmzentrum, welche erstmals im Februar 2026 öffentlich gemacht wurden, stechen heraus. Grund dafür ist die ungewohnte Konfiguration des Sturmgewehres.
So wurde nicht nur eine Version des Sturmgewehres mit einem kurzen Lauf an die Spezialkräfte ausgeliefert, sondern dabei wurde auch erstmals ein speziell angefertigtes T1Xi-Visier von STEINER mitgeliefert, welches einen größeren Abstand zur Schiene und eine spezielle Lackierung aufweist, welche zum Rest des Gewehres passt.

Zuletzt ist auch das Kastus Kalinoŭski Regiment erwähnenswert, welches den Einsatz des MK 556 erstmals im Juni 2026 öffentlich machte.
Bei der Auswertung von Bild- und Videomaterial des 5. Zentrum der Internationalen Legion (Militärnachrichtendienst), zu dem auch das Kastus Kalinoŭski Regiment gehört, ist ein einziges im Oktober 2025 veröffentlichtes Bild des sogenannten „Expeditionaries Team“ aufgefallen, bei dem ein MK 556 angelehnt an eine Wand zu sehen ist.
Ein Hinweis darauf, dass zumindest das Expeditionaries Team als Teil des 5. Zentrum der Internationalen Legion bereits im Oktober 2025 beliefert wurde, während das Kastus Kalinoŭski Regiment im Juni 2026 zusätzlich beliefert wurde. Da es sich aber nur um ein einziges Bild handelt, hat GAU das 5. Zentrum der Internationalen Legion nicht als eigenen übergeordneten Eintrag in der Tabelle geführt.
Unter der Annahme, dass neue Nutzer ab April 2025 eine etwa gleiche Anzahl an Sturmgewehren erhalten haben wie zuvor neue Nutzer im Durchschnitt bis zu diesem Zeitpunkt, und im Anblick der hohen Anzahl neuer Nutzer seit April 2025 ist zu erwarten, dass die Bundesregierung unter der Leitung von Friedrich Merz die Lieferungen der Sturmgewehre MK 556 deutlich ausgebaut hat.
So wurden anfangs unter der Vorgängerregierung etwa 1600 MK 556 ausschließlich an Nutzer bei den Spezialkräften und dem Militärnachrichtendienst geliefert.
Anschließend erfolgte die Lieferung von weiteren knapp 4200 Sturmgewehren, welche zusätzlich an die 82. Luftlandebrigade, die 95. Luftlandebrigade, das 242. Ausbildungszentrum, die 58. Motorisierte Brigade und die 155. Mechanisierte Brigade verteilt wurden. Unter der Annahme, dass keine weiteren Sturmgewehre an bereits zuvor bekannte Nutzer innerhalb der Spezialkräfte ausgeliefert wurden, wären das im Durchschnitt also 840 Stück pro Nutzer.
Bei mindestens elf zusätzlichen Nutzern seit April 2025 würde das also etwa 9240 zusätzlich gelieferte MK 556-Sturmgewehre ergeben, wobei das selbstverständlich nur eine sehr grobe Schätzung ist, die vollständig auf Daten früherer Lieferungen und dieser Recherche basiert. Hersteller C.G. Haenel war für einen Kommentar bis zur Veröffentlichung dieses Artikels nicht zu erreichen.
Gut genug für die Bundeswehr, gut genug für die ukrainischen Streitkräfte – das HK416
Ähnlich sieht es beim HK416 von Heckler & Koch aus. Bereits im Januar 2023 wurden die ersten HK416 – in den Varianten A2 und A5 – in der Ukraine gesichtet. Allerdings wurden diese aller Wahrscheinlichkeit nach mindestens in großen Teilen, wenn nicht sogar vollständig, von den Niederlanden an die Ukraine geliefert, nicht von Deutschland.
Eine erste von der Bundesregierung finanzierte Lieferung, welche aus insgesamt 495 neu produzierten HK416-Sturmgewehren bestand, wurde zwischen Ende Dezember 2024 und Mitte Januar 2025 durchgeführt.
Weitere Lieferungen erfolgten in den folgenden Monaten, sodass laut offiziellen Angaben durch Deutschland finanziert bis April 2025 insgesamt 4750 dieser Sturmgewehre an Nutzer in der Ukraine ausgeliefert wurden.
Optisch unterscheiden sich die von der Bundesregierung gelieferten Sturmgewehre stark von zuvor gelieferten, da sie sich im Großen und Ganzen kaum von den relativ neu in der Bundeswehr eingeführten G95-Sturmgewehren in der A8-Variante unterscheiden.
Anzumerken ist, dass auch die Bundesregierung das HK416 in zwei verschiedenen Ausführungen an die Ukraine liefert. Einmal mit dem HK-Standardhandschutz und einmal mit einem Handschutz von M-LOK.
Da die Lieferungen des HK416 erst mit dem Jahreswechsel 2025 begannen, waren mir bis April 2025 nur äußerst wenige Nutzer der „deutschen Variante“ in der Ukraine bekannt. Seit April vergangenen Jahres sind aber wie beim MK 556 zahlreiche neue Einheiten beliefert worden, oder haben frühere Lieferungen öffentlich bestätigt.
Dazu zählt wie schon beim MK 556 das 425. Sturmregiment (Juni 2025), aber beispielsweise auch die 1. Spezialeinsatzgruppe des 8. Spezialeinsatzregiments (Juli 2025), die Artan-Spezialeinheit (November 2025) und die Spezialeinheit SCORPION der Militärpolizei (Mai 2026).
| Nutzer | Teilstreitkraft | Indienststellung/Öffentlichmachung |
|---|---|---|
| 425. Sturmregiment | Landstreitkräfte | Juni 2025 |
| 8. Spezialeinsatzregiment | Spezialkräfte | Juli 2025 |
| TYMUR-Spezialeinheit | Militärnachrichtendienst | August 2025 |
| 73. Marine-Spezialeinsatzzentrum | Spezialkräfte | August 2025 |
| 91. Panzerabwehrbataillon | Landstreitkräfte | September 2025 |
| 1. Schwadron der Internationalen Legion | Militärnachrichtendienst | November 2025 |
| Artan-Spezialeinheit | Militärnachrichtendienst | November 2025 |
| Azov-Brigade | Nationalgarde | November 2025 |
| Kastus Kalinoŭski Regiment | Militärnachrichtendienst | November 2025 |
| 18. Zentrum für Spezialaufgaben | Militärpolizei | April 2026 |
| 3. Spezialeinsatzregiment | Spezialkräfte | April 2026 |
| Spezialeinheit SCORPION | Militärpolizei | Mai 2026 |
Erwähnenswert sind meiner Meinung nach insbesondere die Lieferungen an die Militärpolizei, welche offenbar erst relativ kürzlich durchgeführt wurden. So konnte ich Bild- und Videomaterial des von Deutschland gelieferten HK416 sowohl beim 18. Zentrum für Spezialaufgaben als auch bei der neu gegründeten Spezialeinheit SCORPION, welche erstmals im April 2026 öffentlich in Erscheinung trat, ausmachen.
Auch die Lieferungen an die Azov-Brigade (Nationalgarde) stechen heraus. So scheinen sich die Lieferungen ausschließlich auf die verschiedenen Teams der Aufklärungsabteilung zu beschränken.
Eine erste zweifelsfreie Identifizierung konnte in einem Video der Aufklärungsgruppe gemacht werden, welches im November 2025 veröffentlicht wurde. Weitere Identifizierungen folgten erst in Bild- und Videomaterial der Piratengruppe und der 4. Kampfgruppe, welches im Juni 2026 und Juli 2026 veröffentlicht wurde. Ein klarer Hinweis darauf, dass über mehrere Monate hinweg mehrfach an die Azov-Brigade ausgeliefert wurde.
Hierbei muss auch erwähnt werden, dass GAU im Rahmen der Recherchen interessantes Bildmaterial des ebenfalls zur Aufklärungsabteilung gehörenden Teams „Nulla Nomen“ gefunden hat, welches auf den Einsatz eines HK416 bereits im August 2025 hinweist.
Leider ist die Fotoqualität zu schlecht und das Sturmgewehr speziell angemalt, sodass GAU auch per Zweitmeinung über Matthew Moss von „The Armourer’s Bench“ – einen Experten für Schusswaffen (in der Ukraine) – keine zweifelsfreie Identifizierung erzielen konnte. GAU und Moss sind sich lediglich dabei sicher, dass die auf dem Bild zu sehende Schusswaffe eindeutig einen Schaft von Heckler & Koch montiert hat.
Es könnte sich theoretisch auch um ein nicht von Deutschland geliefertes HK416, oder die zivile Variante MR223/MR556 handeln.
Abschließend ist auch die Tymur-Spezialeinheit des Militärnachrichtendienstes hervorzuheben, der mehr als 20 separate Einheiten beziehungsweise Teams unterstellt sind.
So teilten diverse Einheiten der 2. Spezialeinsatzabteilung Kord – etwa Defcon Alpha – bereits ab August 2025 Fotos und Videos der von Deutschland gelieferten HK416, während keine andere Einheit, welche Tymur unterstellt ist, ebenfalls Lieferungen bestätigte und öffentlich machte.
Allerdings kann auch hier von zusätzlich durchgeführten Lieferungen im zweiten Quartal des laufenden Jahres ausgegangen werden, da zwischen Mai 2026 und Juni 2026 auf einmal insgesamt fünf Einheiten praktisch gleichzeitig angefangen haben, mehr oder weniger regelmäßig Bild- und Videomaterial der Sturmgewehre von Heckler und Koch zu veröffentlichen.
Den Anfang machte die Spectre 33-Spezialeinheit im Mai 2026, während die Spezialeinheit Bat-13, das Bratstvo-Bataillon, die Triton-Spezialeinheit, und die internationale Delta-Gruppe ab Juni 2026 folgten.
Generell lässt sich beobachten, dass GAU-Recherchen zufolge fast ausschließlich Spezialeinheiten, insbesondere innerhalb des Militärnachrichtendienstes, der Militärpolizei und der Spezialkräfte, beliefert wurden.
Wie beim MK 556 kann es jedoch möglich sein, dass künftig immer mehr und mehr auch reguläre Truppen mit dem Sturmgewehr beliefert werden und man dadurch andere Modelle verdrängt.
Wie viele HK416 in den vergangenen 15 Monaten zusätzlich an die ukrainischen Streitkräfte ausgeliefert wurden, kann man nicht wirklich abschätzen, da zu wenig Daten über die Zeit zwischen Dezember 2024 und April 2025 vorliegen.



Allerdings kann vermutet werden, dass auch hier mindestens mehrere Tausend Sturmgewehre zusätzlich ausgeliefert wurden. Einerseits gibt es mindestens sieben Nutzer, welche erst ab Q4 2025 die Nutzung des HK416 öffentlich machten, darunter drei Nutzer seit April 2026. Meiner Erfahrung nach eine Garantie für zusätzliche Lieferungen, welche üblicherweise in Chargen von mindestens mehreren Hundert Stück durchgeführt werden.
Andererseits gab der bekannte YouTuber und Ukraine-Soldat Valgear in einem im Dezember 2025 veröffentlichten Video bekannt, dass zum damaligen Zeitpunkt viele Einheiten das Sturmgewehr von Heckler & Koch bekommen hatten.
Diese Gewehre sind derzeit in der Ukraine gar nicht so selten. […] Viele der Teams, viele der Einheiten – einfach jeder hat sie bekommen.
Valgear via YouTube
Interessante Anmerkung dazu: Laut Valgear wurden die HK416 zumindest in seiner Einheit als Belohnung für herausragende Leistungen ausgehändigt. Ein Hinweis auf den Stellenwert dieses Sturmgewehres.
Mit viel Präzision ins Ziel – das HLR 338
Neben dem MK 556-Sturmgewehr wird von der Bundesregierung auch das Präzisionsgewehr HLR 338 aus dem Hause C.G. Haenel an die Ukraine geliefert. Konkret geht es um Lieferungen der Pro-Variante, welche im Gegensatz zur Basic-Variante eine besser geeignete hochqualitative Schulterstütze enthält und vollständig in Sandfarben lackiert ist.
Im Lieferumfang enthalten sind sowohl eine M5Xi-Zieloptik, als auch ein MPS-Rotpunktvisier. Beides wird von STEINER produziert und vertrieben. Ebenfalls mitgeliefert werden Laserfilter und Sonnenblocker für die M5Xi-Zieloptik, ein Schalldämpfer und weiteres Zubehör, etwa zur Wartung.
Wie schon bei allen zuvor erwähnten Schusswaffen, wurde das HLR 338 zunächst ausschließlich an ukrainische Spezialkräfte ausgeliefert. Erst mit weiteren Lieferungen erweiterte sich der Nutzerkreis, der einige wenige Nutzer innerhalb der Landstreitkräfte, Luftlandetruppen und Marineinfanterie umfasste.
Aufgrund der Tatsache, dass bis April 2025 nur annähernd 500 Präzisionsgewehre an die Ukraine ausgeliefert worden waren, handelte es sich damals aber nur um einen wirklich kleinen Nutzerkreis, der erst in den folgenden Monaten im Schutz der relativen Geheimhaltung erweitert wurde.
So konnten die Präzisionsgewehre aus dem Hause C.G. Haenel inzwischen unter anderem auch auf Bild- und Videomaterial der TYMUR-Spezialeinheit (August 2025), des 3. Spezialeinsatzregiment (Dezember 2025), der 118. Territorialverteidigungsbrigade (April 2026) und der Karpaten-Grenzabteilung (Juli 2026) identifiziert werden.
| Nutzer | Teilstreitkraft | Indienststellung/Öffentlichmachung |
|---|---|---|
| 8. Spezialeinsatzregiment | Spezialkräfte | August 2025 |
| TYMUR-Spezialeinheit | Militärnachrichtendienst | August 2025 |
| 3. Spezialeinsatzregiment | Spezialkräfte | Dezember 2025 |
| 118. Territorialverteidigungsbrigade | Territorialverteidigungskräfte | April 2026 |
| Karpaten-Grenzabteilung | Staatlicher Grenzschutzdienst | Juli 2026 |
Beim HLR 338 sind insbesondere die Lieferungen an die 118. Territorialverteidigungsbrigade und die Karpaten-Grenzabteilung hervorzuheben. In beiden Fällen stellt das im April 2026 und Juli 2026 veröffentlichte Bildmaterial den ersten und einzigen Beweis für die Nutzung des Präzisionsgewehres bei den Grenzschutztruppen und den Territorialverteidigungskräften dar.



Auch kommt das Gefühl auf, dass die Nutzung des HLR 338 in beiden Fällen nicht großspurig angekündigt werden sollte. Im Fall der 118. Territorialverteidigungsbrigade veröffentlichte man dieses und weitere Bilder im Rahmen eines Posts über durchgeführtes Taktik- und Schießtraining, ohne das HLR 338 auch nur namentlich zu erwähnen.
Bei der Karpaten-Grenzabteilung ging es tatsächlich weder um das HLR 338 noch um durchgeführtes Taktik- und Schießtraining wie bei der 118. Territorialverteidigungsbrigade. In einer am 6. Juli 2026 veröffentlichten Pressemitteilung ging es tatsächlich um die auf dem Foto abgebildete Katze, die als stimmungshebende Grenzschutzbeamtin eingesetzt wird.
Vergleicht man die Anzahl an Nutzern der gerade einmal knapp 500 vor April 2025 ausgelieferten HLR 338 mit der Anzahl der Nutzer, welche den Einsatz des Präzisionsgewehres erst nach April 2025 öffentlich gemacht haben, kann man davon ausgehen, dass seit der Einstufung der deutschen Militärhilfe höchstwahrscheinlich nur einige wenige Hundert Stück zusätzlich ausgeliefert wurden.
Mehr Feuerkraft geht kaum – MG4 und MG5
Abschließend noch ein paar Worte zum MG4 und MG5, von denen offiziellen Angaben zufolge 200 Stück und 450 Stück an die ukrainischen Streitkräfte ausgeliefert wurden.
Grundsätzlich lässt sich beobachten, dass diese Maschinengewehre im Gegensatz zum MG3 auch weiterhin fast ausschließlich bei ukrainischen Spezialkräften eingesetzt werden, welche größtenteils, aber nicht ausschließlich, zur Internationalen Legion gehören. Mehrere am 31. Juli 2026 veröffentlichte Bilder eines Schießtrainings vom 1. Mechanisierten Bataillon der 44. Mechanisierten Brigade zeigen – soweit GAU bekannt ist – den ersten Einsatz eines MG5 außerhalb ukrainischer Spezialkräfte.
Auch hat die Anzahl der auf Bild- und Videomaterial sichtbaren MG4 und MG5 gefühlt zugenommen.

Leider wurden aufgrund des potenziellen Nutzerkreises bis April 2025 nur einige Hundert Maschinengewehre geliefert, und sollte es seitdem zusätzliche Lieferungen gegeben haben – wovon auszugehen ist –, dann werden diese sich wohl ebenfalls nur im Bereich von mehreren Hundert Stück bewegen.
Dazu kommt auch noch, dass sich Teams im Gegensatz zu größeren Bataillonen, Regimentern und Brigaden häufiger auflösen, absplittern, zusammentun oder rebranden. Auch verlieren Teams gelegentlich den Zugriff auf ihre Social-Media-Konten und müssen neue erstellen, weil jene Soldaten, welche die Konten betrieben haben, im Kampf für die Freiheit der Ukraine gefallen sind. Daher ist es teilweise enorm schwierig, entsprechendes Bildmaterial auch zeitlich korrekt zuzuordnen.
Daher ist eine eindeutige Einschätzung zu neuen Lieferungen nur äußerst schwer möglich.
Hinweis
Die in diesem Artikel veröffentlichten Informationen sowie das Bild- und Videomaterial, stammen größtenteils, aber nicht ausschließlich, aus öffentlich zugänglichen Quellen verschiedenster ukrainischer Einheiten und einzelner Soldaten, die im Dienst ukrainischer Streitkräfte stehen.
Insbesondere auf Instagram präsentieren ukrainische Spezialkräfte sich und die eigene Ausrüstung auf anonymen Konten relativ offen, während sie im Großen und Ganzen dennoch darauf bedacht sind, die eigene Identität zu schützen. Dies geschieht etwa durch die Unkenntlichmachung von Gesichtern, Fingerspitzen, Tattoos und anderen Merkmalen, über die sie identifiziert werden könnten. Auch Zugehörigkeiten zu bestimmten Einheiten werden oft verschleiert oder nur angedeutet.
Angesichts dessen hat GAU teilweise auf die Veröffentlichung beziehungsweise Verwendung von Informationen sowie von Bild- und Videomaterial aus bestimmten Quellen verzichtet, da diverse Soldaten und deren Ausrüstung nicht zweifelsfrei bestimmten Einheiten zugeordnet werden konnten.
Daher ist es einerseits wahrscheinlich, dass es weitere Einheiten gibt, die nach der Einstufung der deutschen Militärhilfe mit von der Bundesregierung finanzierten Schusswaffen beliefert wurden. Deren Ausrüstung wurde im Zuge der Recherchen zwar erfasst, jedoch aufgrund der weiter oben erwähnten Hindernisse nicht erwähnt.
Andererseits ist auch denkbar, dass einige der hier aufgeführten Einheiten bereits zu einem früheren Zeitpunkt beliefert wurden und die entsprechenden Lieferungen im Rahmen der Recherche nicht zeitlich korrekt zugeordnet werden konnten.
Bestimmte Einheiten wie die Advanced Company, welche tief im 3. Schwadron der Internationalen Legion als Teil des Militärnachrichtendienstes verankert ist, fallen zusätzlich dadurch auf, dass sie zwar bereits im oder vor April 2025 vereinzelt mit von der Bundesregierung gelieferten Schusswaffen zu sehen waren, aber in den vergangenen Monaten mehr und mehr fast ausschließlich mit solchen posierten. Auch hier ist anzunehmen, dass weitere Lieferungen durchgeführt wurden.
Abschließend möchte ich Matthew Moss von The Armourer’s Bench danken, der mir in den vergangenen Jahren immer wieder mit Rat und Tipps zur Seite stand, die aktiv in diese und andere Recherchen zu deutschen Schusswaffen eingeflossen sind.
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