Zur Verstärkung der ukrainischen Luftverteidigung insbesondere gegen Drohnen und Marschflugkörper hat die Bundesregierung der Ukraine offenbar das norwegische Luftverteidigungssystem NOMADS finanziert.
Das gab ein FFG-Firmenvertreter heute gegenüber Militäranalyst Jeff auf der Pariser Rüstungsmesse Eurosatory 2026 bekannt. GAU darf darüber exklusiv berichten.
Insgesamt acht der norwegischen Kurzstrecken-Luftverteidigungssysteme soll die Ukraine mittlerweile erhalten haben. Übereinstimmen tun diese Angaben auch mit früherer Berichterstattung des Mediums Shephard Media.
Dieses berichtete am 21. Januar 2026, dass die Ukraine acht Unterstützungsfahrzeuge des Typs ACSV von FFG erhalten habe – finanziert von der Bundesregierung. Das ACSV wiederum wird von NOMADS-Produzent Kongsberg als Plattform für jenes Luftverteidigungssystem genutzt. Damit schließt sich der Kreis.
Weitere Einzelheiten zu Vertragsmodularitäten oder Ähnlichem sind leider nicht bekannt. Ein Sprecher von Kongsberg war vor der Veröffentlichung des Artikels nicht erreichbar, während das Bundesministerium der Verteidigung grundsätzlich keine öffentliche Auskunft mehr zur deutschen Militärhilfe gibt.

Beim NOMADS (National Manoeuvre Air Defence System) handelt es sich um ein Kurzstrecken-Luftverteidigungssystem, welches sowohl mit vier AIM-9X Block II Sidewinder-Lenkflugkörpern als auch mit der gleichen Anzahl an IRIS-T-Lenkflugkörpern ausgestattet werden kann. Letztere werden wohl in der Ukraine zum Einsatz kommen.
Zwar finanziert die Bundesregierung auch IRIS-T SLS-Startgeräte, die im Wesentlichen ebenso wie NOMADS für den Einsatz auf kurze Distanz konzipiert sind und höchstwahrscheinlich dieselben Lenkflugkörper verwenden, doch müssen diese in bestehende IRIS-T SLM-Feuereinheiten integriert werden. Ein wesentlicher Vorteil von NOMADS besteht darin, dass das System gänzlich autonom operieren kann.
Aufgebaut auf dem ACSV (Armoured Combat Support Vehicle) ist es gepanzert und besitzt zum Selbstschutz ebenfalls eine ferngesteuerte Waffenstation, welche mit dem schweren Maschinengewehr Browning M2 ausgestattet werden kann.
Die Idee, den ukrainischen Streitkräften das noch relativ junge Luftverteidigungssystem NOMADS bereitzustellen, geht auf Überlegungen der Scholz-Regierung zurück. Im Juni 2024 berichtete hartpunkt darüber, dass die Bundesregierung aktuell darüber nachdenke, der Ukraine das System zugänglich zu machen.
Damals hieß es zudem, dass wohl zentrale Komponenten des Systems von deutschen Herstellern bereitgestellt werden sollten, sofern sich keine andere Regierung an der Finanzierung beteiligen würde.
Einen Monat später, im Juli 2024, erwähnte der damalige Geschäftsführer von FFG, Dennis Bürjes, im Gespräch mit Deutschlands damaliger Außenministerin Annalena Baerbock bei ihrem Besuch in Flensburg, dass man noch auf die Freigabe von Geldern wartet, welche für die Lieferung von mehreren eigens entwickelten „Cargo-Fahrzeugen“ (ACSV) an die Ukraine gedacht sind.
Wie man jetzt weiß, wurde das Projekt wohl entweder von der Vorgängerregierung oder der aktuellen Regierung doch noch umgesetzt und die Ukraine zum Schutz vor anhaltenden russischen Angriffen mit moderner und hochmobiler Luftverteidigung zusätzlich unterstützt.
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