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Exklusiv: Ukraine stellt 11. IRIS-T SLM-Feuereinheit in Dienst

Die ukrainischen Streitkräfte haben kürzlich die 11. IRIS-T SLM-Feuereinheit erhalten, welche von der Bundesregierung im Rahmen der Militärhilfe finanziert wurde.

IRIS-T SLM thumbnail 11th fire unit
Ein IRIS-T SLM-Startgerät im ukrainischen WinterBild: 11. Flugabwehrraketenbrigade
Von GAU
Veröffentlicht: 1. Oktober 2026
6 Minuten Lesezeit
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  • English (Englisch)

Die ukrainischen Streitkräfte erhielten kürzlich eine weitere Feuereinheit des von der Bundesregierung finanzierten Luftverteidigungssystems IRIS‑T SLM, welche bereits in Dienst gestellt wurde und den ukrainischen Himmel vor Gefahren wie russischen Marschflugkörpern und Drohnen schützt.

Inhaltsverzeichnis
  • IRIS-T SLM in der Ukraine
  • Lieferung genau zur richtigen Zeit

Dies erfuhr GAU von einer gut informierten Quelle, welche mit den Lieferungen vertraut ist. Die Informationen wurden separat verifiziert und erst nach Ablauf einer mehrwöchigen Sicherheitsfrist veröffentlicht.

Es handelt sich dabei um die zweite Feuereinheit, welche im Laufe des Jahres an die ukrainischen Luftstreitkräfte ausgeliefert wurde, und die insgesamt elfte Feuereinheit seit Beginn der vollständigen Invasion der Ukraine durch Russland im Jahr 2022.

Noch gegen Ende des Jahres wird eine weitere Feuereinheit an die ukrainischen Luftstreitkräfte ausgeliefert, womit die für dieses Jahr zugesagten Lieferungen GAU-Informationen zufolge erfüllt werden. Noch im vergangenen Jahr erhöhte das deutsche Verteidigungsministerium die jährliche Zusage um eine weitere Feuereinheit auf insgesamt vier Stück, lieferte am Ende aber wie in diesem Jahr doch nur drei aus.

IRIS-T SLM in der Ukraine

Das moderne Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM, welches von Deutschland im Rahmen der Militärhilfe für die Ukraine bereits seit 2022 regelmäßig geliefert wird, ist in der Ukraine hochgeschätzt und bewährt sich seit Jahren im Einsatz gegen insbesondere russische Marschflugkörper, aber auch Drohnen, mit einer durchschnittlichen Abschussquote von etwa 95 %. Auch sehr vereinzelte Abschüsse von ballistischen Raketen wurden inzwischen von verschiedenen offiziellen Quellen vermeldet.

Eine vollständige ukrainische Feuereinheit nach aktuellem Standard besteht aus drei IRIS-T SLM-Startgeräten, zwei IRIS‑T SLS‑Startgeräten, einem TRML-4D-Luftüberwachungs- und Zielerfassungsradar, dem Tactical Operations Center (TOC) sowie mehreren Unterstützungsfahrzeugen.

Komponenten der IRIS-T-SLM-Feuereinheit während einer Ausbildung in Todendorf
Teile einer IRIS-T-SLM-Feuereinheit während der Ausbildung in Todendorf | Bild: 223. Flugabwehrraketenregiment

Künftig werden in jede bereits ausgelieferte sowie in alle in Zukunft ausgelieferten Feuereinheiten zwei weitere Startgeräte (SLM/SLS‑Mix) integriert. Die dafür notwendigen Arbeiten finanziert die Bundesregierung mit 182 Millionen Euro.

IRIS-T SLM ist je nach Verteilung der Startgeräte und Verfügbarkeit von Munition nicht nur in der Lage, einzelne systemrelevante Einrichtungen, sondern potenziell eine ganze Stadt gegen Angriffe mit Drohnen und Marschflugkörpern zu verteidigen. So wird das System unter anderem im Rahmen eines ausgeklügelten Luftverteidigungsringes, bestehend aus verschiedenen Systemen auf mehreren Ebenen, eingesetzt, um die ukrainische Hauptstadt Kyjiw zu beschützen.

Lieferung genau zur richtigen Zeit

Die nun durchgeführte Lieferung des Luftverteidigungssystems IRIS-T SLM erfolgt zu einem für die Ukraine äußerst kritischen Zeitpunkt.

Zum einen rückt der Winterbeginn näher und auch in diesem Jahr ist davon auszugehen, dass Russland verstärkt zivile Energieinfrastruktur und ähnliche Ziele ins Visier nimmt, um das Leben ukrainischer Zivilisten bei eisigen Temperaturen so katastrophal wie nur möglich zu gestalten.

Zum anderen stellt der vermehrte Einsatz neuerer russischer Geran-Drohnen mit Jetantrieb die ukrainische Flugabwehr vor immer größere Probleme.

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 600 Kilometern pro Stunde, einer generell verbesserten Manövrierfähigkeit bei höheren Fluggeschwindigkeiten, verbesserter Elektronik sowie Sensorik und der Möglichkeit, auf bis zu 6.000 Meter Flughöhe zu steigen, nimmt das russische Militär einfache und günstige, aber bislang sehr wirksame Mittel wie Abfangdrohnen vermehrt aus dem Spiel.

Einem Bericht der Financial Times zufolge senkt dies aktuell die generelle Abfangquote von bislang 90 % bis 95 % auf nur noch etwa 60 %. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte kürzlich auf X (ehemals Twitter) eine ähnliche Aussage und gab die aktuelle Abfangquote mit 55 % an. Dadurch ist das ukrainische Militär in Zukunft möglicherweise dazu gezwungen, wieder vermehrt auch Flugabwehrraketensysteme zur Abwehr russischer Drohnen einzusetzen.

Markierungen auf einem IRIS-T SLM-Startgerät
Abschussmarkierungen (Drohnen) neben Abschussmarkierungen (Marschflugkörper) auf einem IRIS-T SLM-Startgerät | Bild: Luftwaffenkommando

Zumindest bis sich die Ukraine erneut angepasst hat und auf andere Möglichkeiten zurückgreifen kann oder bestehende Mittel wie Abfangdrohnen weiterentwickelt und in notwendigen Mengen produziert werden.

Erst vor ein paar Tagen veröffentlichte GAU exklusiv Videomaterial, welches den Abschuss einer russischen Geran-5-Drohne durch die neue SPYS-Abfangdrohne zeigt, welche vom deutsch-ukrainischen Gemeinschaftsunternehmen Quantum WIY Industries entwickelt wurde.

Insbesondere durch die erfolgte Integration der IRIS-T SLS-Startgeräte in die IRIS-T SLM-Feuereinheiten könnte die ukrainische Armee bei Bedarf auch auf den günstigeren und mehr verfügbaren Lenkflugkörper „IRIS-T SLS“ zur Abwehr von Geran-4- und Geran-5-Drohnen setzen und die teureren und leistungsstärkeren Lenkflugkörper „IRIS-T SLM“ für das Abfangen von Marschflugkörpern reservieren.

Auch die Versorgung der ukrainischen Luftstreitkräfte mit neuer Munition für das durch die Bundesregierung finanzierte Luftverteidigungssystem wird sich in Zukunft noch weiter verbessern.

So gab der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius jüngst bei einem Treffen der Ukraine Defence Contact Group (UDCG) bekannt, dass die Ukraine mehrere Tausend Lenkflugkörper bestellen möchte, welche über den Ukraine Support Loan der EU finanziert werden. Pistorius zufolge könne dadurch sogar eine neue Produktionslinie aufgebaut werden, wovon am Ende alle Endnutzer profitieren werden.

Hinweis

Um die Indienststellung der Feuereinheit nicht zu gefährden und zu verhindern, dass Rückschlüsse beispielsweise auf den aktuellen Einsatzort gezogen werden, gab GAU die Lieferung erst nach Ablauf einer mehrwöchigen Sicherheitsfrist bekannt und verzichtete darauf, weitere Einzelheiten, etwa zum Betreiber der Feuereinheit, zur Munitionsversorgung und ähnlichen Themen preiszugeben.


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TAGGED:DeutschlandIRIS-T SLMIRIS-T SLS StartgeräteTRML-4DUkraine

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