Um insbesondere die von Russland eingesetzten Loitering Munitions, vorzugsweise des Typs Shahed-131/136, wirksam und kostengünstig vom Himmel zu holen, setzt die Ukraine immer mehr auf sogenannte Abfangdrohnen.
Laut ukrainischem Verteidigungsministerium wurden auf diese Art und Weise alleine im März 2026 mehr als 33.000 russische Drohnen verschiedenster Typen abgefangen. Mehr als doppelt so viel wie noch einen Monat zuvor!
Um der stetig steigenden Nachfrage gerecht zu werden, wendet sich die Regierung in Kyjiw auch mehr und mehr an verschiedenste Partnernationen, welche die Ukraine in ihrer Verteidigung gegen die russische Aggression schon seit Jahren unterstützen.
Dabei geht es nicht nur um zusätzliche Mittel für die Produktion ukrainischer Modelle wie der Abfangdrohne WIY STRILA, sondern auch um die Herstellung und Lieferung westlicher Technik, um ukrainische Modelle zu ergänzen.
Das scheint wohl auch für die Abfangdrohne METIS des deutschen Unternehmens TYTAN Technologies zuzutreffen, welche sich bereits in NATO-Wettbewerben, bei zwei Brigaden der Bundeswehr sowie in umfangreichen Tests in der Ukraine bewähren konnte.

Wie mir eine mit den Lieferungen vertraute Quelle mitteilte, hat die Bundesregierung bereits vor einigen Wochen das Münchener Start-up mit der Produktion und Lieferung von mehr als 1.000 dieser Abfangdrohnen an die ukrainische Nationalgarde beauftragt.
Ein Unternehmenssprecher wollte auf Anfrage den Auftrag aus »sicherheitsrelevanten Gründen« weder bestätigen noch dementieren, wies aber auf die »lang bestehende Zusammenarbeit mit den ukrainischen Streitkräften« hin. Man sei 365 Tage im Jahr vor Ort, um die Ukraine in ihren Verteidigungsbemühungen zu unterstützen.
Bei der für die ukrainische Nationalgarde vorgesehenen METIS handelt es sich um eine KI-gestützte Abfangdrohne mit einer Reichweite von mehr als 45 Kilometern, welche Ziele in einer Höhe von bis zu 6 Kilometern effektiv bekämpfen kann.
Dank einer Fluggeschwindigkeit von bis zu 400 Kilometern pro Stunde ist sie insbesondere zur Abwehr von äußerst schnellen Luftzielen ausgelegt, kann aber auch ohne Probleme für das Abfangen von langsameren Zielen genutzt werden.
Die METIS kann optional mit einem etwa 1 Kilogramm schweren Gefechtskopf ausgestattet werden, was bedeutet, dass sie nicht ausschließlich kinetisch wirkt und nach dem Hit-to-Kill-Prinzip arbeiten muss, was die Abfangquote merkbar erhöhen dürfte.
Interessant ist, wie hochautonom die von TYTAN Technologies entwickelte Abfangdrohne inzwischen operiert.
Wurde eine feindliche Drohne aufgeklärt, werden die für das Abfangmanöver notwendigen Daten wie exakte Koordinaten und die Fluggeschwindigkeit über Schnittstellen zur Kontrollstation der METIS übermittelt.
Dort wird dank künstlicher Intelligenz eine geeignete Abfangzone ermittelt. Dies soll nicht nur möglichst hohe Erfolgschancen für das Abfangmanöver garantieren, sondern auch Kollateralschäden vermeiden.
Im Anschluss gibt der Operator den Start der Drohne frei, welche durch eingebaute KI-Fähigkeiten autonom navigiert und nach Freigabe den Endanflug und das eigentliche Abfangen der Zieldrohne durchführt.
Über weitere Vertragsmodalitäten oder Details zur Drohne möchte ich aus offensichtlichen Gründen zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht berichten.
Aus der Finanzierung der etwas mehr als 1.000 METIS-Drohnen wird aber sicherlich nicht nur die ukrainische Nationalgarde ihren Nutzen ziehen.
So dürfte der regelmäßige Einsatz in der Ukraine weitere Daten liefern, um auch Abfangdrohnen des Münchener Start-ups, welche die Bundeswehr schon bald als Teil eines hochmodernen Drohnenabwehrsystems zum Schutz ihrer Liegenschaften und des dortigen Geräts einsetzen möchte, laufend auf aktuelle Zielsysteme anzupassen.
Anmerkung der Redaktion
Eine detaillierte und transparente, aber auch faire Berichterstattung über die deutsche Unterstützung der Ukraine ist äußerst wichtig. Allerdings nicht auf Kosten der Ukraine, welche sich seit mehr als vier Jahren mutig gegen den russischen Aggressor wehrt.
Daher habe ich mich aus sicherheitsrelevanten Gründen gegen die Veröffentlichung diverser Details zu diesem Auftrag entschieden. Dazu gehören unter anderem der genaue Umfang des Vertrages, finanzielle Details und Einzelheiten zur Auslieferung an die ukrainische Nationalgarde.
Ich bitte um Verständnis.
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