{"id":7640,"date":"2025-08-13T19:32:29","date_gmt":"2025-08-13T17:32:29","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpressgau.4lima.de\/2025\/08\/13\/neue-details-spezialisten-der-luftwaffe-reparieren-ukrainisches-patriot-radar\/"},"modified":"2025-08-13T19:40:56","modified_gmt":"2025-08-13T17:40:56","slug":"neue-details-spezialisten-der-luftwaffe-reparieren-ukrainisches-patriot-radar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deaidua.org\/news\/de\/2025\/08\/13\/neue-details-spezialisten-der-luftwaffe-reparieren-ukrainisches-patriot-radar\/","title":{"rendered":"Neue Details: Spezialisten der Luftwaffe reparieren ukrainisches Patriot-Radar"},"content":{"rendered":"\n<p>Eine Geschichte, die vor einigen Tagen f\u00fcr gro\u00dfes Aufsehen sorgte, zeigt, dass hinter den Kulissen, fernab der \u00d6ffentlichkeit, viel mehr getan wird, um die Ukraine zu unterst\u00fctzen, als vielen Menschen bewusst ist.<\/p>\n\n<p>Spezialisten der deutschen Luftwaffe sollen laut Generalmajor Maik Keller, dem stellvertretenden Kommandeur der NSATU (NATO Security Assistance and Training for Ukraine), ein schwerbesch\u00e4digtes ukrainisches Patriot-Radar repariert haben, welches von der Industrie bereits abgeschrieben war.<\/p>\n\n<p>Viele Einzelheiten sind nicht bekannt, aber da k\u00fcrzlich zumindest einige Details nachtr\u00e4glich ver\u00f6ffentlicht wurden und ein enorm gro\u00dfes Interesse an der Geschichte besteht \u2013 allein mein Tweet dazu hat mehr als 1.100 Retweets und 7.800 Likes erreicht \u2013 habe ich mich dazu entschlossen, noch einmal einen detaillierteren Artikel zu verfassen.<\/p>\n\n<p>Vorab m\u00f6chte ich noch anmerken, dass ich selbstverst\u00e4ndlich auch bei der Luftwaffe angefragt habe, wo man mir zwar mitteilte, dass man mein Engagement f\u00fcr eine sachgerechte und fundierte Berichterstattung zu sch\u00e4tzen wisse, aber aus Gr\u00fcnden der milit\u00e4rischen Sicherheit sich nicht weiter \u00e4u\u00dfern wolle.<\/p>\n\n<p>Gehen wir nun ein paar Monate in der Zeit zur\u00fcck und schauen wir uns genauer an, was vorgefallen ist.<\/p>\n\n<p>W\u00e4hrend Generalmajor Maik Keller in einem am 6. August ver\u00f6ffentlichten Interview mit der <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/nato-general-russland-zahlt-fuer-jeden-meter-einen-irrsinnigen-blutzoll-110625257.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">FAZ<\/a> bekanntgab, dass eine ukrainische Radareinheit des Luftverteidigungssystems MIM-104 Patriot vor ein paar Monaten einen schweren Treffer erlitt, konkretisierte er dies in einem Auftritt bei <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PHThX8KzC4M\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nachgefragt<\/a>, welcher zwei Tage sp\u00e4ter ausgestrahlt wurde.<\/p>\n\n<p>So soll es russischen Streitkr\u00e4ften bereits Ende 2024 gelungen sein, einen Volltreffer auf ein ukrainisches Patriot-Radar zu landen, welches Teil einer von Deutschland gelieferten Feuereinheit ist.<\/p>\n\n<p>Dies ist besonders \u201einteressant\u201c, weil es einerseits nachweist, dass dieser Fall doch mehr als nur \u201eein paar Monate\u201c zur\u00fcckliegt und andererseits, dass es wahrscheinlich ist, dass nur schwer zu ersetzendes Personal schwer verwundet, m\u00f6glicherweise sogar get\u00f6tet wurde.<\/p>\n\n<p>Leider konnte ich selbst nach umfangreichen Recherchen diesen Volltreffer nicht mit einem \u00f6ffentlich bekannten russischen Angriff wie dem in der N\u00e4he von Dnipro im Oktober 2024 in Verbindung bringen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video height=\"1080\" style=\"aspect-ratio: 1920 \/ 1080;\" width=\"1920\" controls=\"\" preload=\"auto\" src=\"https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Hit-on-a-Patriot-radar.mp4\"><\/video><figcaption class=\"wp-element-caption\">Visueller Beweis f\u00fcr einen russischen Angriff auf ein ukrainisches Patriot-Radar im Oktober 2024<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Allerdings h\u00f6rt man seit einiger Zeit hinter verschlossenen T\u00fcren immer wieder, dass Patriot-Feuereinheiten unter anderem in Kyjiw gezielt unter Beschuss genommen wurden. An welchen Ger\u00fcchten etwas dran ist, l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich oft nicht zweifelsfrei nachweisen.<\/p>\n\n<p>Nach dem Volltreffer wurde das schwerbesch\u00e4digte Radar nach Deutschland gebracht, damit der Schaden durch Fachpersonal der Industrie begutachtet werden konnte.<\/p>\n\n<p>F\u00fcr die ukrainischen Streitkr\u00e4fte bedeutete dies, dass eine der drei bisher von Deutschland gelieferten Patriot-Feuereinheiten zun\u00e4chst au\u00dfer Betrieb war und vorerst nicht eingesetzt werden konnte.<\/p>\n\n<p>Meines Wissens nach k\u00f6nnen verschiedene Radarsysteme mit etwas Zeit und technischem Aufwand Zieldaten an die Feuerleiteinheit weiterleiten, aber solche Anpassungen sind nicht nur zeitaufw\u00e4ndig, sondern erfordern auch entsprechende Ressourcen und Know-how.<\/p>\n\n<p>Und selbst wenn etwa ein TRML-4D, von denen die Bundesregierung bisher 16 St\u00fcck als eigenst\u00e4ndige Radarsysteme an die Ukraine geliefert hat, in Zukunft Zieldaten an die Patriot-Feuerleiteinheit liefern w\u00fcrde, w\u00e4re man dennoch durch die Leistungsf\u00e4higkeit des Radars eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n<p>So w\u00e4re man meines Wissens nach zwar nach einer gewissen Zeit in der Lage, die Feuereinheit erneut in Betrieb zu nehmen, allerdings w\u00e4re es k\u00fcnftig weitestgehend unm\u00f6glich, die meisten ballistischen Raketen abzufangen. Eine Aufgabe, f\u00fcr die das Luftverteidigungssystem MIM-104 Patriot in den modernsten Konfigurationen ansonsten die beste Wahl ist.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bundeswehr-Patriot-launcher-thumbnail-1024x576.jpg\" alt=\"Patriot Startger&#xE4;t der Bundeswehr\" class=\"wp-image-4695\" srcset=\"https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bundeswehr-Patriot-launcher-thumbnail-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bundeswehr-Patriot-launcher-thumbnail-300x169.jpg 300w, https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bundeswehr-Patriot-launcher-thumbnail-768x432.jpg 768w, https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bundeswehr-Patriot-launcher-thumbnail-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bundeswehr-Patriot-launcher-thumbnail-512x288.jpg 512w, https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bundeswehr-Patriot-launcher-thumbnail-920x518.jpg 920w, https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bundeswehr-Patriot-launcher-thumbnail-1600x900.jpg 1600w, https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bundeswehr-Patriot-launcher-thumbnail.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Start eines Patriot-Lenkflugk\u00f6rpers w\u00e4hrend der \u00dcbung Spartan Arrow auf Kreta (Griechenland) im Jahr 2022 | Bild: Bundeswehr\/Lars Koch<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Ob man diesen Schritt tats\u00e4chlich gegangen ist, oder ob die Patriot-Feuereinheit \u00fcber viele Monate hinweg in der Ukraine zwischengelagert wurde, ist Gegenstand von Spekulationen. Wor\u00fcber wir nicht spekulieren m\u00fcssen, ist, was nach dem Transport der Radareinheit in Deutschland passiert ist.<\/p>\n\n<p>Experten des US-Herstellers RTX Corporation beurteilten die Lage und befanden, dass die Radareinheit nicht mehr instandsetzbar w\u00e4re, weil der Schaden zu gro\u00df war.<\/p>\n\n<p>Es war die Nachricht, die niemand h\u00f6ren wollte. Schlie\u00dflich w\u00fcrde es Jahre dauern, bis man ohne Priorit\u00e4tsstatus beim Hersteller eine neu bestellte und frisch produzierte Radareinheit als Ersatz bekommen w\u00fcrde.<\/p>\n\n<p>Aus diesem Grund wollte man sich mit dem Befund der Industrie bei der NSATU (NATO Security Assistance and Training for Ukraine) nicht zufrieden geben. Nach R\u00fccksprache mit allen Beteiligten wollte man es bei der deutschen Luftwaffe einfach selbst versuchen.<\/p>\n\n<p>Spezialisten der Luftwaffe, welche sich intensiv mit dem Thema Radarinstandsetzungen besch\u00e4ftigen, nahmen sich der Aufgabe an.<\/p>\n\n<p>Laut Generalmajor Keller investierten sie Unmengen an Zeit in das Projekt und arbeiteten von Montag bis Samstag 16 Stunden pro Tag, h\u00f6chstwahrscheinlich f\u00fcr viele Wochen und Monate am St\u00fcck.<\/p>\n\n<p>Dabei mussten sie sich laut Keller sogar eigenes Werkzeug anfertigen, um die Diagnostik und Reparatur durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Auch ohne s\u00e4mtliche Einzelheiten zu kennen, kann gesagt werden, dass die Experten wohl eine technische Meisterleistung vollbracht haben.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ukrainian-soldiers-are-working-on-one-of-the-German-delivered-Patriot-fire-units-in-Ukraine-1024x576.jpg\" alt=\"Ukrainische Soldaten arbeiten an einer der von Deutschland gelieferten Patriot-Feuereinheiten in der Ukraine\" class=\"wp-image-6952\" srcset=\"https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ukrainian-soldiers-are-working-on-one-of-the-German-delivered-Patriot-fire-units-in-Ukraine-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ukrainian-soldiers-are-working-on-one-of-the-German-delivered-Patriot-fire-units-in-Ukraine-300x169.jpg 300w, https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ukrainian-soldiers-are-working-on-one-of-the-German-delivered-Patriot-fire-units-in-Ukraine-768x432.jpg 768w, https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ukrainian-soldiers-are-working-on-one-of-the-German-delivered-Patriot-fire-units-in-Ukraine-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ukrainian-soldiers-are-working-on-one-of-the-German-delivered-Patriot-fire-units-in-Ukraine-860x484.jpg 860w, https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ukrainian-soldiers-are-working-on-one-of-the-German-delivered-Patriot-fire-units-in-Ukraine-1320x742.jpg 1320w, https:\/\/deaidua.org\/news\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ukrainian-soldiers-are-working-on-one-of-the-German-delivered-Patriot-fire-units-in-Ukraine.jpg 1919w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ukrainische Soldaten arbeiten an einer der von Deutschland gelieferten Patriot-Feuereinheiten in der Ukraine | Bild: Air Force Command<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Schlie\u00dflich schafften sie das, was der Hersteller noch f\u00fcr unm\u00f6glich gehalten hatte. Im Juli, mehr als sieben Monate nachdem die Radareinheit durch einen Volltreffer schwerbesch\u00e4digt worden war, wurde sie an die Ukraine zur\u00fcckgeliefert.<\/p>\n\n<p>Nur einige Tage sp\u00e4ter folgte die R\u00fcckmeldung aus der Ukraine: Alles ist in Ordnung. Man habe bereits eine erste russische Rakete abfangen k\u00f6nnen, welche mit diesem Radar aufgekl\u00e4rt wurde.<\/p>\n\n<p>Nicht nur bei der deutschen Luftwaffe d\u00fcrfte dies f\u00fcr eine gro\u00dfe Erleichterung und vielleicht sogar etwas zeitlich begrenzte \u201ePartystimmung\u201c gesorgt haben.<\/p>\n\n<p>Diese Geschichte bietet einen seltenen Einblick in das, was oft hinter den Kulissen vor sich geht. Sie bietet einen Einblick in die wohl betr\u00e4chtliche Brillanz, Erfahrung und Kompetenz, welche einige Experten in der Luftwaffe mitbringen und dient als Erinnerung daran, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit bei der Unterst\u00fctzung der Ukraine ist.<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-default\"\/>\n\n<p id=\"b5de\">Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, folge mir doch auf <a href=\"https:\/\/twitter.com\/deaidua\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">X<\/a>, <a href=\"https:\/\/bsky.app\/profile\/deaidua.org\">Bluesky<\/a>\u00a0oder <a href=\"https:\/\/t.me\/deaiduaTG\">Telegram<\/a>. Wenn du magst, kannst du mir auch ein Trinkgeld \u00fcber <a href=\"https:\/\/ko-fi.com\/deaidua\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ko-fi<\/a> dalassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wahrscheinlich \u00fcber viele Monate hinweg haben Spezialisten der Luftwaffe an der Reparatur eines ukrainischen Patriot-Radars gesessen. 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